Island 2011

Tag 11

Tag 11

Der Gígjökull

Der Gígjökull, eine 1200 m lange Gletscherzunge des Eyjafjallajökull, hat große Moränen aufgeschoben, zwischen denen sich vor dem Gletscher ein Gletschersee gebildet hatte. Bei dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull wurde dieser See jedoch bei einem Gletscherlauf vollständig mit Vulkanasche und Geröll verschüttet. Auf Wikipedia, Stichwort „Eyjafjallajökull“ ist noch ein Foto des Sees von 2008 zu sehen.

Der verschüttete Gletscher„see“
Asche vom Ausbruch des Eyjafjallajökull im April 2010 bedeckt das Tal.
Inzwischen kämpfen sich wieder Pflanzen durch die Asche.

Vulkanasche

Vulkanasche hat nichts mit der Asche zu tun, die wir erhalten, wenn wir beispielsweise Holz verbrennen. Bei Vulkanausbrüchen fließt nicht nur Lava, sondern es werden auch Gesteinspartikel ausgestoßen – diese können bereits beim Ausbruch fest gewesen sein, oder aber aus flüssigen, ausgeworfenen Lavafetzen entstehen, wenn diese sich verfestigen. Diese Partikel können sehr unterschiedliche Größen haben; von Asche redet man bei solchen, die einen Durchmesser von weniger als 2 mm haben. Größere heißen Lapilli, solche mit über 64 mm Durchmesser nennt man vulkanische Bomben (wenn sie ursprünglich flüssig waren, man erkennt das an der runden Form) oder vulkanische Blöcke (wenn sie von Beginn an fest waren). Die kleinen Aschepartikel können sich z. B. dann bilden, wenn das aufsteigende Magma rasch durch Wasser abgekühlt wird (wenn der Vulkan bspw. unter einem Gletscher liegt, durch dessen Eis das Magma hindurch muss). Durch dieses Abschrecken wird das Magma in kleinste Partikel zerrissen.

Klamm Stakkholtsgjá

Weitere Bilder der Klamm Stakkholtsgjá finden Sie in dieser →Bildergalerie zu Tag 11.

Þórsmörk

Zwischen den Gletschern Tindfjallajökull und Eyjafjallajökull befindet sich Þórsmörk (deutsch: Wald des Thor), ein zerklüfteter Bergrücken.

Eyjafjallajökull
Weidenröschen (glaube ich zumindest …)

Weitere Bilder aus Þórsmörk finden Sie in dieser →Bildergalerie zu Tag 11.

Eyjafjallajökull

Nicht nur der Gletscher heißt so, sondern auch der darunterliegende Vulkan, den seit April 2010, als der Ausbruch den Flugverkehr lahmlegte, wohl auch in Deutschland jeder kennt. Die Gelehrten sind sich nicht einig, um was für einen Vulkantyp es sich handelt, einige sagen, es ist ein Schildvulkan, andere halten ihn für einen Stratovulkan (Schichtvulkan).

Schichten oder Schild?

Ein Schichtvulkan oder Stratovulkan heißt so, weil er aus einzelnen Schichten aus Lava und Lockermassen aufgebaut ist. Er hat die Form eines steilen, spitzen Kegels. Sein Magma ist zähflüssig und hat einen hohen Gasanteil. Da das beim Ausbruch erhitzte Gas sich schlagartig ausdehnt, sind die Eruptionen von Schichtvulkanen explosiv, wobei meist Lockermaterial (→Asche, Lapilli, Bomben) im Wechsel mit Lava austritt. Durch diese Abfolge entstehen die Schichten, da sich ein Großteil des Materials dicht an der Ausbruchsstelle ablagert und so im Laufe der Zeit den Vulkan aufbaut. Die Explosionen beim Ausbruch können so heftig sein, dass die Asche bis in 40 km Höhe geschleudert wird. Je höher hinauf sie gelangt, desto weiter kann der Wind sie verteilen. Je heftiger die Explosion, desto feiner die erzeugten Partikel und je höher können sie aufsteigen und je weiter können sie verwehrt werden. Die Magmakammer kann nach einem Ausbruch einstürzen, wenn der Druck des Magmas weg ist und die Decke der Kammer nicht mehr hält. Dann entsteht eine →Caldera. Die Caldera des Eyjafjallajökull misst 3 bis 4 km im Durchmesser.
Ein Schildvulkan hat eine schildartige Form, er ist im Verhältnis zur Höhe recht breit – nämlich 10- bis 20-mal so breit wie hoch. Seine Lava ist dünnflüssig und gasarm und fließt eher ruhig ab, wobei aber auch Lavafontainen auftreten können. Da die flüssige Lava sich weit ausbreiten kann, bevor sie erstarrt, kommt es zu der weiten Ausdehnung von Schildvulkanen. Namensgeber dieser Vulkane ist ein anderer isländischer Vulkan – Skjaldbreiður (deutsch: Schildbreite) im Þingvellir.

Der Ausbruch im April 2010

Der erste Ausbruch vom 20. März bis zum 12. April 2010 umfasst Eruptionen am Fimmvörðuháls, einer Hochebene zwischen Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull. Der Ausbruch verlief effusiv (d. h., es floss Lava ohne Explosionen), mit bis zu 150 m hohen Lavafontainen aus 10 bis 12 Kratern. Diese Eruption klang am 12. April ab. Am 14. April begann dann aber in der Gipfelcaldera des Eyjafjallajökull ein zweiter Ausbruch, der größtenteils explosiv ablief. Aus 5 Kratern trat Lava aus, mehrere Kilometer hohe Dampf- und Aschewolken stiegen über dem Gletscher auf. In der Umgebung des Vulkans wurde es durch die Asche auch tagsüber finster wie in der Nacht und eine mehrere Zentimeter dicke Ascheschicht bedeckte Straßen, Land und Häuser. In der Aschewolken wurden Blitze beobachtet. Dieser Ausbruch dauerte in mehreren Phasen bis Anfang Juli.

Seljalandsfoss

Das Besondere an diesem Wasserfall ist, dass man hinter ihm hindurchgehen kann.

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Copyright© 2011, Wiebke Salzmann

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